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Forstwirtschaft und Weihnachtsbäume: Was sind die beliebten Sorten? Zahlen, Daten Fakten aus der deutschen Forstwirtschaft

Zur Advents- und Weihnachtszeit ist der Wald überall - in Form von Weihnachtsbäumen. Der Baum im Wohnzimmer hat eine lange Tradition und spielt auch in der Forstwirtschaft eine bedeutende Rolle.
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#1 Forstwirtschaft & Weihnachtsbäume: Geschichte des Christbaums

Vorgänger des Weihnachtsbaums findet man in Bräuchen verschiedener Kulturen: Die alten Römer haben zum Beispiel Lorbeer- oder Tannenzweige zum Schutz vor Krankheiten und bösen Geistern aufgehängt. In christlichen Regionen wurden später Bäume mit Äpfeln dekoriert, um an den Sündenfall in der Bibel zu erinnern. Im Jahr 1419 schmückte die Freiburger Bäckerschaft erstmals einen Baum mit Früchten, Nüssen und Naschwerk für Kinder. Eine andere Überlieferung besagt, dass der erste Weihnachtsbaum in Riga, Lettland aufgestellt wurde und bis heute erinnert dort eine Gedenktafel daran. Im 18. Jahrhundert brachten Auswanderer den Weihnachtsbaum dann nach Amerika, von wo aus sich die Tradition über die ganze Welt verbreitete.

Heute gibt es nicht nur jährlich fast 30 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland, viele Menschen zieht es auch in den Wald, um selbst einen Baum zu schlagen.

#2 Forstwirtschaft & Weihnachtsbäume: Aktuelle Christbaum-Trends und Zahlen aus der Forstwirtschaft

Insgesamt werden fast alle Weihnachtsbäume in Deutschland geschlagen. Nur 10 bis 12 Prozent werden im Topf gekauft. Obwohl es vor allem aus den USA immer mehr Plastikbäume gibt, geht der Trend in Deutschland wieder zu den Naturbäumen, auch bei jungen Paaren. Außerdem steigt die Nachfrage nach kleinen Bäumen zwischen 1,50 und 1,75 Metern.
Durchschnittlich kostet ein Weihnachtsbaum pro Laufmeter zwischen 6-8 € (Rotfichte) und 18-23 € (Nordmanntannte).
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Ca. 3000 Produzenten sind in Deutschland haupt- oder nebenberuflich mit der Weihnachtsbaumproduktion beschäftigt. Für einen Hektar werden jährlich ungefähr 80 Stunden für Anbau und Kulturpflege der Weihnachtsbäume verwendet, größtenteils in Handarbeit.

Die Sämlinge wachsen nach der Aussaat zwei Jahre im Saatbeet der Baumschule, werden dann ins Vorschulbeet und nach weiteren zwei Jahren ins Weihnachtsbaumquartier verpflanzt. Geerntet werden die Bäume im Alter von 8 bis 12 Jahren.

#3 Forstwirtschaft & Weihnachtsbäume: Baumarten und Eigenschaften der beliebtesten Christbäume

Die Nordmanntanne (Abies nordmanniana) ist der beliebteste, aber auch der teuerste Weihnachtsbaum. Immerhin braucht sie 15 Jahre, um auf Zimmerhöhe zu wachsen. Dafür haben ihre weichen, glänzenden, tiefgrünen Nadeln eine hohe Festigkeit.

Die Blaufichte (Picea pungens) ist der Klassiker unter den Weihnachtsbäumen. Sie hat starke, etagenförmige Äste, die sich für schweren Baumschmuck und echte Kerzen eignen. Ihre Nadeln stechen, duften aber herrlich nach Wald.

Die Edeltanne (Abies procera) ist mit ihren weichen, blaugrünen Nadeln noch haltbarer als die Nordmanntanne und duftet stark nach Orangen, während die Fichte (Picea abies) sehr preiswert ist, aber in warmen Räumen schon nach wenigen Tagen nadelt.

Bei örtlichen Forstbehörden könnt ihr übrigens Informationen zu heimischen Weihnachtsbäumen aus Baden-Württemberg erhalten. Viele untere Forstbehörden bieten auch Veranstaltungen an, bei denen man einen Baum kaufen oder selber schlagen kann.

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