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Naturverjüngung im Wald: Einflussfaktoren und erfolgsversprechende Maßnahmen

Ein Wald wächst auch ohne Zutun der Forstarbeit. Denn die große Anzahl an Samen führt zu einer reichen Auswahl an unterschiedlichen Baumarten. Durch deren Nutzen können Kosten bei der Waldbewirtschaftung eingespart und die Qualität künftiger Individuen gesichert werden. Worauf ihr achten müsst, um eine erfolgreiche Naturverjüngung zu gewährleisten und welche Einflussfaktoren dabei eine Rolle spielen erklären wir hier:
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#1 Naturverjüngung im Wald: Altbestand und Waldboden analysieren

"Augen zu und durch!" - So leicht funktioniert das bei der Naturverjüngung nicht. Vor Beginn forstbetrieblicher Aktivitäten sollten die örtlichen Verhältnisse untersucht werden. Mit Hinblick auf den Altbestand sind die wichtigsten Fragen, welche Baumarten vorhanden und vital sind, sowie die Frage nach dem Kronenanteil. Denn je größer die Krone, desto größer die Teilnahme am Blühgeschehen und die Anzahl an keimfähigen Samen (40 % Kronenanteil zeugen hier von guter Qualität). Auffällig schwach veranlagte Bäume werden entnommen, damit diese ihre schlechten Eigenschaften nicht weitergeben.

Zusätzlich ist vorab der Zustand der Humusform zu beachten. Günstig für eine Naturverjüngung ist die Mull- oder Moderform, zu erkennen an einer geringen Auflage von Laubabfall. Nur selten ist darunter Nadelstreu zu finden. Eine schlechte Humusform ist hingegen Rohhumus. Die Auflage ist meist höher als 5 cm mit einem hohen Anteil an schwer zersetzbaren Streunadeln. Doch dieser Zustand kann durch vorbereitende Maßnahmen, wie das Verringern des stehenden Holzvorrates, verbessert werden.

#2 Naturverjüngung im Wald: Waldbewirtschaftung unter klimatischen Bedingungen

Weitere Bedingungen, die Einfluss nehmen auf die Nutzung der Naturverjüngung, sind der Klimawandel und das genetische Anpassungspotenzial. Letzteres fordert, dass die Verjüngung nicht nur aus wenigen Mutterbäumen hervorgeht, sondern dass der Altbestand genügend anpassungsfähige Baumindividuen der jeweiligen Art vorweist. Gemischte Bestände mit risikoarmen Mischbäumen bieten Voraussetzungen für eine langfristige Stabilität. Unter veränderten klimatischen Bedinungen, wie abnehmenden Niederschlägen und steigenden Temperaturen, ist Stabilität ein entscheidender Faktor.

Damit das Naturverjüngungspotenzial auch in problematischen Bereichen genutzt werden kann, müssen zudem Wildschutzmaßnahmen ergriffen werden.
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#3 Naturverjüngung im Wald: Was möchte ich erreichen?

Nachdem die Ausgangssituation und weitere Einflussfaktoren analysiert wurden, müssen konkrete Ziele für den künftigen Bestand entwickelt werden. Eine entscheidende Rolle spielen sowohl persönliche als auch betriebliche Zielvorstellungen: Welche Nutzungsaspekte sind vordergründig und welche Erträge sollen erzielt werden? Wenn der Naturverjüngungsbestand ab sofort genutzt werden soll, müssen die Sämlinge farblich markiert werden: Beispielsweise kann die Rotbuche mit einem roten Band und die Weißtanne mit einem gelben Band markiert werden. Ist die Nutzung erst ab Herbst eingeplant, dient ein weißer Zaun in der Bestandslücke dazu, das Naturverjüngungspotenzial zu erkennen.

Somit führen Analyse des Altbestandes, des Waldbodens und der Ziele zu einer erfolgreichen Naturverjüngung, die Kosten für die Forstarbeit einsparen.
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